Ich widme diesen Lauf meinem Freund und Arbeitskollegen Gerald Götzenberger, der am 9.1.24 noch mit mir in der Arbeit war und am 16.2.24 viel zu früh an seiner Krebserkrankung gestorben ist. Gerald war kein Läufer – dennoch war er an meinen Läufen interessiert und hat mich immer mental unterstützt.
Die Vorbereitung war schlichtweg eine Katastrophe. Kaum Training bis Mitte Februar dafür viel Motivation. Ist es damit möglich einen 100 km Lauf erfolgreich zu absolvieren? Ich wusste es nicht!
Die Nacht vor dem Lauf war schlafarm – Gedanken nach einer passenden Strategie wurden gewälzt und ich war froh, als der Wecker um 2:45 Uhr läutete. Kurz gefrühstückt und ab nach Linz zum Start um 4:00 Uhr.
Nach dem Start war „Zeit lassen“ und gemütlich Laufen das Motto. Bald begann es leicht zu regnen. Am Pfenningberg war diesmal keine Morgendämmerung sichtbar, dafür wurde der Regen stärker. Ein Dreierteam vom 75 km Bewerb holte mich ein und wir bildeten für die nächsten 40 Kilometer eine kleine Gruppe. Interessante Gespräche ließen das Sauwetter beinahe vergessen.
Am Anstieg zu Gis nahm ich bewusst das Tempo zurück. Oben angekommen war es nebelig und windig. Ingird, meine Frau hatte eine warme Suppe organisiert und damit meine Stimmung gehoben. Sie begleitet mich bei meinen Laufabenteuern mit dem Auto und sorgt sich um das Drumherum. Vielen Dank, liebe Ingrid für deinen aufopfernden Einsatz! Den Urlaub, den ein Teilnehmer vorgeschlagen hat, hast du dir wirklich verdient!
Am Pöstlingberg zeigt sich die Sonne. Ingrid rät mir von einem Kleidungswechsel auf kurz ab. Recht hatte sie, den der unangenehme Wind wird stärker. Bein Köglerhof gibt es als kulinarisches Highligt Linseneintopf und Leinärdäpfeln. Kurz sind die Strapazen vergessen.
Nach gut 8 Stunden ist Ottensheim erreicht. 56 Kilometer sind geschafft. Jetzt folgt der harte Teil. 35 zermürbende Kilometer entlang der Donau bis Wilhering stehen vor mir. Mental wird es richtig spannend. Am Liebsten möchte ich sitzen bleiben, doch aufgegeben wird ein Brief – kein Lauf! Weiter gehts! Bei den Feldkirchner Seen lässt sich die Sonne kurz blicken. Ingrid hat eine Labestation für mich vorbereitet. Sogar Heidelbeeren sind dabei!
Kurz danach beginnt es wieder zu regnen. Bei Sturmböen peitscht der Regen ins Gesicht und das Laufen wird mühsam. Die Donaubrücke in Aschach ist in Sicht! Jetzt geht es retour nach Linz – noch 31 Kilometer! Schwarze Wolken verheißen nichts Gutes. In der Brandstatt schüttet es in Strömen. Der notwendige Kleiderwechsel ist eine Herausforderung!
Die folgenden 11 Kilometer zum Kraftwerk Ottensheim, bisher immer die Schlüsselstelle, fallen mir überraschend leicht. Der liebliche Prinzensteig ist diesmal durch den Regen eine echte Herausforderung. Nasser und morastiger Untergrund verlangen volle Konzentration. Der Anstieg zum Freinberg wäre am rutschigen Untergrund ohne Laufstöcke nicht machbar gewesen.
100 Kilometer bei der Freinbergwarte. Jetzt kommen Gücksgefühle auf und die letzten beiden Kilometer vergehen im Flug. Ingrid erwartet mich schon im Ziel. Unglaublich ich habe es wirklich geschafft!
102 Kilometer, 2.400 Höhenmeter, 15:55 Stunden, 25. Rang von 150 Teilnehmern

















