Wie hart es wetterbedingt heuer war zeigt die Statistik: von 150 Läufern bzw. Gehern haben es nur 82 ins Ziel geschafft. Gut dass ich nicht gewusst habe, was mich erwartet.
Wir starten um 4:00 Uhr bei strömenden Regen. Nach einer langen Trockenzeit waren schon die letzten Tage sehr nass. Ich lasse fast alle Läufer passieren und beginne gemütlich in einem 7:00 Minuten Tempo. Bald ist der Pfenningberg erreicht. Beim Abstieg sehe ich, was heute auf mich zukommt. Tiefer, sehr rutschiger Morast verwandelt das Event in einen „dirt run“. Bergab ist meist anstrengender wie berauf und zeitlich nicht viel schneller.
Auf der Gis erwartet mich Schneefall und ein paar Zentimeter Schnee am Boden, dazu Null Grad. Bei nassen Handschuhen wird es ungemütlich. Eine warme Suppe bringt Leben in die kalten Glieder. Bergab ist es zuerst im Schnee ganz schön, doch bald folgt auch hier viel Gatsch. Ich möchte wenig riskieren und nehme das Tempo raus.
Am Aufstieg zum Pöstlingberg ist eine Stelle, die schon bei trockenem Wetter fordernd ist. Jetzt ist für diejenigen ohne Stöcke das Duchkommen sehr schwierig. Bei einer leichten Bergabpassage – einen Moment nicht aufgepasst – und schon liege ich im Dreck. Nach ein paar Kilometern erwartet mich Ingrid, meine treue Seele und hilft mir aus den schmutzigen Handschuhen. Sie begleitet mich auf den Ultraläufen und sorgt für Verpflegung und Motivation. Vielen Dank dafür – ohne dich hätte ich es nicht geschafft!
Auch am Koglerauer Spitz liegt wieder Schnee. Vorsicht ist beim steilen Abstieg angebracht. Nach 8 Stunden ist Ottensheim erreicht. Nun folgen 36 ebene Kilometer. Ziemlich entkräftet nehme ich die Herausforderung an. Beim Wendepunkt in Aschach liegen nur noch 30 Kilometer vor mir. Ich probiere eine neue Taktik. 1 km Laufen und 500 Meter schnell gehen. Dies ist kräftesparend und motivierend. Beim Kraftwerk Ottensheim nimmt mich Ingrid freudig in Empfang. „Jetzt hast du es geschafft“ ist ihre Meinung und schön langsam realisiere ich dass ein Alptraum zu einem guten Ende führt.
Der Prinzensteig ist immer eine steile Sache. Bei diesen Bedingungen besonders. Tempo herausnehmen und Risiko reduzieren ist die Devise. Noch dazu wird es dunkel. Ich freue mich schon auf das Bergabstück auf der Strasse ins Zaubertal. Der Veranstalter leitet uns aber von der Strasse weg auf einen Trail, der bezüglich Morast noch eine ultimative Steigerung aufweist. Noch sehr steil auf den Freinberg und 2 Kilometer ins Ziel, wo mich Ingrid schon erwartet.
Unglaublich – ich habe es bei diesen Bedingungen geschafft. Es war einer der härtesten Ultraläufe! 15 Stunden 38 Minuten und Platz 20 ist das schöne Ergebnis für 102 km und 2.400 hm.








