Wien Rundumadum 88 km – Ein besonders schönes Erlebnis im Herbst!

Wien zeigt sich heuer von der besten Seite. Ungetrübter Sonnenschein, angenehme Temperatur (6 – 13 Grad) und vor allem und erstmalig eine trockene Laufstrecke. Mehr kann ein Läufer nicht wollen!

Wir starten um 8:30 bei 7 Grad Außentemperatur. Einige Läufer sind mutig und treten mit kurzer Laufbekleidung an – dafür haben Sie das Ziel nicht gesehen! Heute ist Genusslaufen die Devise. Durch den Sternstein Nachtmarathon vor zwei Wochen ist sowieso keine Spitzenzeit möglich.

Nach dem Start lasse ich die Läufer(innen) bei mir vorbeiziehen und beginne mit einer Kilometerzeit von 6:30 Minuten. In den vergangenen Jahren war nur die Zeit wichtig und die wunderschöne Strecke zweitrangig. Heute nicht! Die Donau mit Blick auf die nächsten Ziele Leopoldsberg und Kahlenberg empfängt mich im Schein der Morgensonne. Nach knapp 9 Kilometern wartet auf mich meine Frau Ingrid – vielen Dank für die wie immer ausgezeichnete Begleitung! – zur ersten Labe.

Am Aufstieg zum Leopoldsberg genieße ich den Blick in die schönen Weingärten und drehe mich gerne einmal um, um Wien von oben zu sehen. Nach dem Kahlenberg beginnt der Traillauf im herbstlichen Wienerwald – ohne Zeitstress, einfach super! Das goldenfarbige Laub am Boden hat seine Tücken, denn Steine und Wurzeln sind bedeckt. Insgesamt bin ich fünfmal mit dem rechten Fuß hängengeblieben, konnte aber Stürze vermeiden.

Die Schwarzenbergallee zeigt sich von der herbstlich schönsten Seite. Links und rechts Bäume in gelb-roter Färbung und dazu zwei malerische Teiche (siehe Fotos). Am Ende der Allee werde ich schon bei der Labe erwartet. Ein kurzer Halt – ein Riegel, eine Banane und ein halber Liter headstart Getränk – dann geht es gut gestärkt weiter.

Das Wiener Naherholungsgebiet Steinhof wird durchlaufen, bevor es nach Hütteldorf geht. Jetzt beginnt der zweite Teil des Wienerwaldes – nicht so aussichtsreich, dafür aber sehr fordernd. Vor allem der steile Anstieg auf den Dreihufeisenberg (518 m) hat es in sich. Nach einer langen Bergabstrecke endet der Wienerwald und die Labe beim Gütenbachtor ist in Sicht. Nach 6 Stunden und 10 Minuten sind 47 Kilometer geschafft. Überschaubare 41 Kilometer liegen noch vor mir.

Jetzt wird es urban. Nur dass von der Stadt am Wanderweg entlang der Liesing wenig zu sehen ist. Durch die Trockenheit ist der Bach zu einem Rinnsal verkommen. Die Laufstecke wird fast eben und führt auch durch einige schöne Parks. Etliche Straßen müssen überquert werden und die roten Ampeln kosten in Summe etwa 20 Minuten Zeit. Die Schmerzen im rechten Fuss werden stärker. Wird wohl der neue Laufschuh sein, dachte ich mir. Nicht wissend, dass ich mir durch das Hängenbleiben an Steinen eine Zerrung zugezogen hatte. Es sollte das wunderbare Lauferlebnis nur wenig trüben.

Bei der Labe am Zentralfriedhof durfte ich eine köstliche Suppe mit einem Kornspitz genießen. Haube, Handschuhe und Stirnlampe werden ausgepackt. Es ist 18:15 Uhr und der Nachtlauf beginnt. Die Halloween Feiernden sind noch nicht unterwegs, haben sie mir doch vor Jahren einen gehörigen Schreck eingejagt. Bei der Überquerung der Donau am Kraftwerk Freudenau macht sich der starke Gegenwind besonders bemerkbar. Die Laufrichtung dreht und er schiebt mir ordentlich an.

Baustellenbedingt kann Ingrid die letzte Labe nicht rechtzeitig erreichen. Kein Problem, denn die Wasserflaschen sind voll und drei Riegel habe ich immer mit als Reserve. Die letzten 8 Kilometer auf der Donauinsel sind schnurgerade und ziehen sich. Dennoch ist schneller als erwartet die Abzweigung in den Park Richtung Ziel erreicht. Nur noch ein guter Kilometer liegt vor mir. Ich öffne die Tür zur Sporthalle und erreiche nach 11 Stunden und 54 Minuten glücklich das Ziel.

Nach 88 Kilometer und 1.600 Höhenmeter haben zwei Drittel der Teilnehmer das Ziel erreicht. Mit Platz 15 liege ich in der vorderen Hälfte und bin über den dritten Platz in der Altersklasse 50 mehr als zufrieden!

Noch ein paar Fotos
Die ersten Kilometer
Suppe und Kornspitz
Ziel erreicht!

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