Traun Up – von Linz nach Gmunden – hart und wunderschön!

Es ist der 10.10.2022 – 1 Uhr 45 und Vollmond. Ich stehe auf der Aussichtsplattform des Pöstlingberges und blicke auf das nächliche Linz. 80 Kilometer nach Gmunden liegen vor mir. Durch den Bergunfall war nur wenig Training möglich und es mehren sich die Zweifel, ob dies heute möglich ist.

Die Freude überwiegt. Los gehts! Ich laufe vorsichtig über den steilen Kreuzweg in die Stadt. Auf der Nibelungenbrücke pöbelt mich ein stockbesoffener Nachtschwärmer an. Nichts wie weg! Durch die menschenleere Stadt geht es Richtung Neue Welt. Im Wasserwald Park wird mir zum ersten Mal die Dunkelheit bewusst. Nach dem Schörgenhubbad ist nach einem Kilometer die Traun erreicht.

Entlang der Traun nach Wels sind es 27 Kilometer. Eine endlose gerade Strecke auf dem Radweg R4. Im Wald begleiten mich unheimliche Geräusche – nur nicht umdrehen! Auch Wasservögel, aufgeschreckt durch mich, hüpfen in die Traun und erschrecken mich gewaltig. Ingrid, meine treue Seele, wartet zweimal auf mich im finsteren Nirgendwo und versorgt mich mit Verpflegung.

Zwischen Wels und Lambach beginnt es mit einem schönen Morgenrot zu dämmern. Die Hälfte der Strecke ist nach 5 Stunden geschafft. Richtung Lambach muss der zugewachsene Wanderweg an der Traun verlassen werden. Gut 5 Kilometer sind auf Nebenstraßen zu Laufen. Jetzt beginnt der schöne Teil der Strecke. Der Traunstein grüßt im Morgenlicht und zeigt mir an, wohin die Reise geht.

Stadl-Paura mit der schönen Dreifaltigkeitskirche gibt ein malerisches Fotomotiv ab. Es folgt ein 7 Kilometer langes Waldstück, bei dem die Wegfindung einfacher ist, als gedacht. Nach dem Traunfall führt der Weg mich nach Laakirchen. Die kleine Brücke bei der Papierfabrik bietet einen unglaublichen beeindruckenden Blick auf die herbstliche Traun (Fotos!)

Die restlichen 12 Kilometer nach Gmunden haben es in sich! Steil auf und ab schlängelt sich der Weg entlang der Traun. Gmunden ist erreicht und ich freue mich auf den letzten Laufkilometer. Das Ziel fast in Sichtweite stehe ich vor einer Absperrung einer Baustelle. Zurück – noch einmal steil bergauf und dann suche ich den Weg durch die Gassen zum Rathausplatz.

Unglaublich – nach fast 11 Stunden habe ich es geschafft! 80 Kilometer und über 500 Höhenmeter liegen hinter mir. Ein großer Dank gilt meiner lieben Ingrid – ohne sie stünde ich nicht in Gmunden!

Für die Traun Up Extremvariante – mit Traunstein – werde ich mich bis zum Frühsommer gezielt vorbereiten und dann einen Versuch wagen.

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